"Die Bedingungen des Lebens ändern sich, es gibt kein Zurück, darauf müssen wir uns einstellen." So beginnt Franz Müntefering seinen Vortrag im Gemeindezentrum an der Friedenskirche.

Er umreißt mit ein paar Schlagworten die wichtigsten Veränderungen: die Bevölkerung wird älter und große Familien leben nicht mehr unter einem Dach, die Menschen sind mobiler geworden und die Arbeitswelt digitaler. Die Welt insgesamt offener. Wir leben alle in einer Welt und können uns von den Problemen nicht abgrenzen. Das alles ist neu und fühlt sich anders an als das, was Franz Müntefering als kleiner Junge erlebt hat: "Als ich zum ersten Mal einen schwarzen Mann sah, gab er mir weißes Brot," erzählt er und erinnert damit an die Quäkerspeise, die er in der Nachkriegszeit bekam.

Wie wollen wir morgen und übermorgen leben, fragt er dann und mahnt, wie wichtig es sei, neugierig zu bleiben und in Bewegung. Mit dem Körper und auch mit den Gedanken. Was können wir tun, damit das Miteinander in der Gesellschaft auch zukünftig gelingt? Erstens: Die Politik an ihre Pflicht erinnern: Städte und Gemeinden müssen dafür Sorge tragen, dass alle Menschen teilhaben können. Mit städtebaulichen Maßnahmen, mit finanzieller Unterstützung und mit fürsorgenden Angeboten. Zweitens: Gesellschaftlich aktiv werden. Für die Solidarität in der Gesellschaft sind wir selbst zuständig. Mit Haltung und ehrenamtlichem Engagement. Drittens: Aufeinander achten. Den Nachbarn im Blick haben und füreinander Sorge tragen.

Das alles - das strahlt er mit seiner ganzen Person aus - macht er selbst auch. Er ist ein Gesellschaftsmensch. Durch und durch. Und er wird älter. Das ist auch ein Thema für ihn. Wie man im Alter gesellschaftlich bleiben kann, gesund und beweglich. An diesem Abend hat er sich in diesem Anliegen zwischenzeitlich ein bisschen verloren. Aber weil er selbst so gesellschaftlich ist, kommt er nach jedem Umweg wieder zur Gesellschaft zurück.

Zurück